Produktionstagebuch: »Jekyll & Hyde« 2009
Die Besetzung
Die Entscheidung fällt schwer: Oft ist sich das Team einig, ebenso oft wird »unter lautem Geschrei« diskutiert – es gibt eben den Luxus und den Fluch, zwischen mehreren guten Leuten wählen zu können. Am Ende steht eine große Besetzung, in der auch Gründer Peter Merck selbst als Pfarrer auf der Bühne steht.
Proben auf Hochtouren
Keinen Monat vor der Premiere wird dreimal die Woche geprobt – mittwochs abends, samstags und sonntags den ganzen Tag. Bühnenbild und Kostüme sind größtenteils fertig, viele proben bereits im Kostüm.
Regen im Rosengärtchen
Auf der Freilichtbühne, wo es keinen Vorhang gibt, sondern nur einen Gong, regiert das Wetter. Weil der Montag nichts Gutes verspricht, wird der Technikaufbau kurzerhand vorgezogen. Am Premierentag endet der Regen erst um 18:17 Uhr; die Generalprobe beginnt entsprechend spät und schafft nur den ersten Akt, während viele vor Kälte blau anlaufen. Die Technik hat die halbe Nacht bis zum Sonnenaufgang eingeleuchtet.
Fünf Stunden bis zur Premiere
Weil ein Teil des Ensembles reichlich luftig gekleidet ist und das Orchester im Sitzen auskühlt, erklären wir uns kurzerhand zum Krisengebiet – und bekommen warme Wolldecken vom Roten Kreuz. Dann läuft der Soundcheck, die Applausordnung wird geprobt, das Stück ist fertig einstudiert. Karten gibt es keine mehr.
Gelungene Premiere
971 Zuschauer im eigentlich 950 Plätze fassenden, mehr als ausverkauften Rosengärtchen erleben eine gelungene Premiere – bis auf ein paar kleine Aussetzer bei der Tontechnik läuft alles einwandfrei.
Ausweichquartier Büblingshausen
Weil die Aula der Goetheschule nicht zur Verfügung steht, geht es für die weiteren Vorstellungen in den Bürgersaal Büblingshausen – einen schönen Saal, der aber für ein Musical dieser Größe nicht gebaut ist: rund um die Bühne bleiben nur 80 Zentimeter Platz, die Darsteller stapeln sich im Treppenhaus, Technikplatz und Lichttraverse müssen improvisiert werden. Nach den ersten Proben zeigt sich ein Problem: Das Orchester verstellt die Sicht. Die Lösung ist typisch – eine 110 Zentimeter hohe Wand aus feuerfestem Molton verbirgt Kabel und Wasserflaschen, blaue Filterfolie dämpft die grellen Notenlampen, und die Bühne wird um 25 Zentimeter erhöht.
Dernière und Abbau
Einer der bittersüßesten Momente jeder Produktion: erst minutenlanger Applaus, dann die Party bis drei Uhr morgens – und am nächsten Tag verschwindet in wenigen Stunden, was in drei Wochen Aufbau steckt. Mittags ist die Technik zurück beim Verleiher, am Abend sieht der Saal aus, als hätte »Jekyll & Hyde« dort nie stattgefunden. Nur der Boden ist sauberer als vorher.
Bilanz: neun Aufführungen, 2200 Zuschauer
Neun Vorstellungen, 2200 Zuschauer, vier ausverkaufte Abende zum Schluss, bei denen sogar Gäste wieder nach Hause geschickt werden müssen. Möglich gemacht haben das Stück vor allem die Sponsoren und der ehrenamtliche Einsatz von Ensemble, Familien und Eltern. Kaum ist alles vorbei, plant ein Kreis von Wahnsinnigen, der sich selbstironisch »12er-Rat« nennt, schon den nächsten Streich – Beweis, dass eigentlich nie etwas vorbei ist, sondern gerade erst anfängt.
Stimmen aus dem Publikum
Die Qualität der Vorstellung ist außergewöhnlich hoch für eine Amateurproduktion – jeder Ton sitzt und jede Szene ist absolut glaubhaft.
Zuschauer auf musicalzentrale.de
Ich habe schon drei Vorstellungen besucht und bin total begeistert. Wie ihr es schafft, das Publikum zu faszinieren, finde ich großartig.
Zuschauerin »Christine« auf musicalgruppe.de
Absolut spitzenmäßige musikalische und schauspielerische Höchstleistung!
Zuschauerin »Anja« auf musicalgruppe.de
