Produktionstagebuch: »Rent« 2013

Sechs Tage vor der Premiere

Nach Tagen voller Vorbereitungen und letzter Planungen geht es zum ersten Mal in diesem Jahr ins Rosengärtchen. Diesmal genießen wir den Luxus, schon eine Woche vor der Premiere auf der Freilichtbühne zu sein – Zeit genug, um diverse Ausstattungsgegenstände direkt an der Bühne zu bauen. Das nötige Material ist heute ins Rosengärtchen geschafft. Die Premiere ist seit einer Woche restlos ausverkauft; für die Vorstellungen im Bürgersaal Büblingshausen rollt der Vorverkauf gerade an. In den nächsten Tagen stehen die ersten Proben im Rosengärtchen, der Bau der letzten Requisiten und die »Putzproben« am Wochenende an – alles läuft auf den nächsten Mittwoch, den 19. Juni, zu.

Proben im Rosengärtchen

Am Donnerstag wandern die ersten Teile aus der Schule ins Rosengärtchen, am Freitagabend werden im kleinen Kreis die Projektionen ausprobiert, und am Samstag gegen 16 Uhr beginnen die Proben. Das Rosengärtchen ist eine andere Welt als unsere »Heimbühne« in Büblingshausen: größere, vorne abgerundete Bühne, weitläufige Aufgänge, lange Wege zu den Umkleiden. Damit die Abläufe sitzen, bauen wir alle Szenen samt Auf- und Abgängen auf die Freilichtbühne um – von Samstagnachmittag bis in die späten Abendstunden, am Sonntag weiter, bis es für einen ersten, noch holprigen Durchlauf reicht. Morgen ziehen Band und Kostüme ein; klappt alles, steht am Abend ein fertiger Durchlauf, und am Dienstag – wenn Technik und Maske als Letzte nachrücken – die Generalprobe. Am selben Tag fällt auch die erste Entscheidung für oder gegen das Rosengärtchen. Die Wettervorhersage sieht im Moment eher schlecht aus, aber noch ist nicht aller Tage Abend.

Morgen ist Premiere

Wäre alles perfekt gelaufen, gäbe es hier Fotos – doch nach einem ungeschriebenen Theatergesetz bedeutet eine perfekte Generalprobe eine schlechte Show. Die Wetterentscheidung von heute Morgen ist ohnehin nur vorläufig: Ziehen schneller als gedacht Hitzegewitter auf, ist ein Umzug in die Stadthalle noch immer denkbar – dem Risiko eines Blitzeinschlags wollen wir weder uns noch das Publikum aussetzen. Die Generalprobe läuft im Rosengärtchen, auf einer Bühne, auf die heute Tanzboden, unzählige Requisiten, der Orchestergraben und das Bühnenbild gekommen sind. Bei über 35 Grad wird der Tag zum Kampf gegen die Hitze: Der Bühnenboden eignet sich zum Spiegeleierbacken, Instrumente bleiben bis zuletzt im kühleren Backstagebereich, Wasser fließt in Unmengen. Heute Nacht wird das Licht programmiert, morgen fällt die endgültige Wetterentscheidung – und dann heißt es: Vorhang auf für RENT.

Das war’s dann

RENT ist vorbei, jetzt auch so richtig. Direkt nach der letzten Vorstellung beginnt im Bürgersaal Büblingshausen der Abbau; dank vieler fleißiger Hände ist nach keinen zwei Stunden so gut wie alles transportbereit. Der Montag gehört den Transporten: Requisite und Bühnenbild zurück in die Goetheschule, Technik zum Vermieter, Privateigentum an die Besitzer – und 150 Coca-Cola-Kisten in den Getränkehandel. Auch wenn nichts mehr von RENT zu sehen ist, ist das Projekt nicht ganz abgeschlossen: Buchhaltung und Abrechnung stehen an, Rechnungen und Tantiemen wollen bezahlt, die Noten zurück an den Verlag. Und längst läuft das Nächste: Seit Mitte März – und seit der Premiere erst recht – bereiten wir das Stück des kommenden Jahres vor. Ein neues Leitungsteam muss gefunden, ein Stück ausgewählt und eingekauft werden. Im August beginnen die Proben.

Zur Produktion: Rent (2013)

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