Von unserer Produktion Les Misérables (1998) haben wir nur noch wenig im Archiv. Wart ihr dabei – auf der Bühne, hinter den Kulissen oder im Publikum? Habt ihr Fotos, Programmhefte, Plakate, Besetzungslisten oder Aufnahmen? Dann meldet euch – wir freuen uns über alles, was diese Produktion wieder lebendig macht.
Nach neunzehn Jahren Zwangsarbeit wird der Sträfling Jean Valjean entlassen und beginnt unter neuem Namen ein neues Leben – doch Inspektor Javert lässt nicht von ihm ab. Das Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg nach Victor Hugos Roman folgt ihm über Jahrzehnte durch das Frankreich des 19. Jahrhunderts, von der Armut der Fabriken bis auf die Barrikaden des Pariser Aufstands.
Katharina Best · Katharina Bodem · Marko Bremer · Angela Burzel · Yvonne Ebert · Phillip Endres · Stefanie Failing · Francesca Falanga · Felix Groh · Anna Grundmann · Daniela Karle · Melanie Karzow · Sonja Kienitz · Miriam Klebe · Jana Kopiciok · Bianca Künzl · Mareike Löw · Claudia Risse · Katharina Ritz · Katja Sachs · Miriam Schmidt · Bettina Walter · Kai Weinfortner · Christine Wilhelm
Weniger die frische Abendluft, die die Freilichtbühne im Rosengärtchen am Donnerstagabend umwehte, sorgte für wohlige Schauer auf den Rücken der rund 1300 Besucher. Vielmehr waren es die gesanglichen Darbietungen, die die Musicalgruppe der Goetheschule anläßlich der Premiere bot. Daher lautet das Urteil für den Auftakt der 46. Festspiele: Klasse!
Aber dann war da noch Sarah Jankowski. Ihre Stimme war es, die vor allen anderen in den Vordergrund trat, die mitriß, in den unerfüllten Momenten der Liebe wie in den Minuten beim Tod auf den Barrikaden.
Die Gruppe wirkte sicher in Auftreten und Gesang, frisch und agil im Spiel, auf den Barrikaden kämpferisch, im Wirtshaus ausgelassen, nach dem verlorenen Kampf ausgelaugt.
Wegen eines gestohlenen Brotes hat Jean Valjean neunzehn Jahre im Bagno verbracht. Als er auf Bewährung entlassen wird, weist ihn sein gelber Pass überall als Sträfling aus – nur der Bischof von Digne nimmt ihn auf. Valjean dankt es ihm, indem er das Tafelsilber stiehlt; doch als die Gendarmen ihn stellen, deckt der Bischof den Diebstahl und schenkt ihm noch die silbernen Leuchter. Erschüttert von so viel Güte zerreißt Valjean seine Papiere und beginnt unter neuem Namen ein anderes Leben.
Jahre später ist er als Monsieur Madeleine ein geachteter Fabrikbesitzer und Bürgermeister. In seiner Fabrik arbeitet Fantine, die heimlich eine uneheliche Tochter durchbringt. Als die Kolleginnen davon erfahren, wird Fantine entlassen; um Cosette zu versorgen, verkauft sie ihr Haar und gerät schließlich auf die Straße. Zu spät erkennt Valjean seine Mitschuld. Er nimmt sich der Sterbenden an und verspricht, für ihr Kind zu sorgen. Zugleich heftet sich Inspektor Javert an seine Fersen – der Polizist, der im Gesetz keine Gnade kennt. Damit kein Unschuldiger an seiner Stelle verurteilt wird, gibt Valjean sich zu erkennen und flieht erneut.
Cosette wächst bei den Wirtsleuten Thénardier auf, die das Kind ausnutzen. Valjean kauft sie frei und zieht sie wie eine eigene Tochter groß.
Wieder vergehen Jahre. In Paris braut sich der Aufstand zusammen. Der Student Marius verliebt sich in die erwachsene Cosette, während Éponine, die Tochter der Thénardiers, vergeblich um Marius wirbt. Die Studenten errichten Barrikaden. Éponine stirbt in Marius’ Armen, der junge Gavroche fällt im Kugelhagel. Valjean rettet den schwer verwundeten Marius durch die Kanalisation von Paris. Den gefangenen Javert lässt er frei, statt ihn zu töten. An dieser Gnade zerbricht Javert; er stürzt sich von einer Brücke in die Seine.
Marius und Cosette heiraten. Valjean gesteht Marius seine Vergangenheit und zieht sich zurück, um das Glück der beiden nicht zu gefährden. Als Marius erfährt, wem er sein Leben verdankt, eilen die Eheleute zu ihm – gerade rechtzeitig, um bei Valjeans Tod zu sein. Fantine und Éponine geleiten ihn hinüber.