Archiv · 2000

Die Piraten von Penzance

Premiere
9. Juni 2000
Wo
Wetzlarer Festspiele
Vorstellungen
1
Archiv-Aufruf · 2000

Fotos & Erinnerungen gesucht

Von unserer Produktion Die Piraten von Penzance (2000) haben wir nur noch wenig im Archiv. Wart ihr dabei – auf der Bühne, hinter den Kulissen oder im Publikum? Habt ihr Fotos, Programmhefte, Plakate, Besetzungslisten oder Aufnahmen? Dann meldet euch – wir freuen uns über alles, was diese Produktion wieder lebendig macht.

Worum es geht

Das Musical THE PIRATES OF PENZANCE geht auf die 1879 in England erstmals gespielte Operette von Gilbert & Sullivan zurück, die mehr als 100 Jahre nach der Uraufführung im Rahmen des New York Shakespeare Festivals in dieser Bearbeitung Erfolg hatte.

Nach dem Tod seiner Eltern sollte Frederic eigentlich »pilot« (Lotse) werden, doch seine Amme verstand »pirat« und gab das Kind in die Obhut eines Piratenkönigs. Im Alter von 21 Jahren verliebt er sich in Mabel, die Tochter des Generals Stanley, der strikt gegen diese Heirat ist. Mit List und Tücke und nicht zuletzt durch die Hilfe einer quirligen Truppe von Polizisten und kampflustiger Piraten, die sich allesamt als von adliger Herkunft erweisen, steht dem Glück des jungen Paares schließlich nichts mehr im Weg.

Mitwirkende

Ensemble
Major GeneralJulian Goletzka · Edgar Grundmann
MabelKatharina Best · Franziska Zahn
Piratenlehrling FredericJan Müller · Heiko Martin Rühl
Piratenbraut RuthAnne Förster · Miriam Frech
PiratenkönigJohannes Fischbach · Florian Hartig
SamuelMiriam Klebe · Christian Reim
SergeantSven Bühler · Alexander Kartzow
In weiteren Rollen

Heike Becker · Christian Bingel · Manuela Brandl · Angela Burzel · Bianca Dross · Yvonne Ebert · Julia Ernst · Katharina Friedrich · Verena Gerth · Jan Guckenbiel · Nina Hemmelmann · Vanessa Kummer · Kathrin Liebscher · Jenny Müller · Sandra Müller · Julia Neuhof · Julia Pfaff · Nicole Rink · Katja Sachs · Vanessa Seuring · Daniel von Verschuer · Christine Wilhelm · Christoph Winkler

Orchester
Musikalische LeitungLudwig Harsch
TrompeteTimo Mertens
PosauneDoris Kurth
Klarinette & SaxophonMalte Weber
Flöte & PiccoloTobias Schmidt
BassJochen Kriegseis
PercussionDaniel Novak
SchlagzeugJan Hemmelmann
PianoFlorian Streit
Kreativteam
RegieTobias Eschholz
RegieassistenzMartin Schmidt & Ann-Marie Weber
Musikalische LeitungLudwig Harsch
ChoreographieLena Weller & Katharina Bodem
ChorleitungStefan Zink
Vocal CoachNina Henrich
Kostüme & MaskeTina Kremp & Wieland Weitz
Produktion
Produziert vonChristoph Drewitz & Bastian Schwab
OrganisationMelanie Braun · Christian Reim · Jörg Triphan
Technische LeitungNadine Dotzauer & Anke Janz
Bühnenbau & TechnikSebastian Aspermaier · Manuel Fohler · Sven Hahn · Philipp Hasselbach · Jana Kopyciok · Jens Kühne · Anne Paul · Benjamin Schäfer · Moritz Schäfer · Robin Schmidt · Susanne Theiß · Katharina von Verschuer

Die Komiker von Monty Python’s hätten ihren Spaß gehabt bei der Premiere der »Piraten von Penzance« am Freitagabend zum Auftakt der 48. Wetzlarer Festspiele im Rosengärtchen. Über 1400 Zuschauer sahen die neue Produktion der Musicalgruppe der Goetheschule - und waren begeistert von der humorvoll bis böse-sarkastischen und fast ausnahmslos professionellen Umsetzung des Musical-Klassikers von Sir Arthur Sullivan (Musik) und William S. Gilbert (Buch). [...] Gefeiert wurde der 17-jährige Dirigent Ludwig Harsch, der die Gruppe und sein Mini-Orchester sicher im Griff hatte

Wetzlarer Neue Zeitung · 11.06.2000

Die Überraschung des Abends war Jan Müller in der Hauptrolle des Frederic. Stimmlich ausbaufähig überdrehte er die Darstellung des verliebten Piratenlehrlings wunderbar ins Komische, wenn er sich selbstkasteiend immer wieder die Pflicht zur Loyalität in Erinnerung rief. Ebenso taten sich auch Johannes Fischbach als Piratenkönig sowie - besonders schauspielerisch - Miriam Frech als »Jahrhundertfrau« und runzlige Piratenbraut Ruth hervor. [...] Die überzeugende Gesamtleistung war das Verdienst von Regisseur Tobias Eschholz.

Wetzlarer Neue Zeitung · 11.06.2000

Herrlich ließ es sich über die trotteligen und ungelenken Polizisten, den fiepsig-überkandidelten Schwarm junger Mädchen oder den selbstzufrieden-stolzen, leicht zerstreuten und reimenden Major General (Publikumsliebling Julian Goletzka) lachen. Eingängige, spritzige und witzige Songs garnierten die humorvolle Handlung. 
Apropos: Der Schwarm von Mädchen war das Kleinod des Abends. Mit ihren Stimmchen kreischend und fiepend, angesichts Frederics Anwesenheit (»Ein Mann!«) durcheinander wirbelnd überzeugten Nina Hemmelmann, Manuela Brandl, Jenny Müller, Yvonne Ebert, Sandra Müller und Katja Sachs schauspielerisch wie auch mit hervorstechenden Chorqualitäten. Katharina Best als kesse Mabel stand dem mit ihrem kräftigen Sopran in nichts nach.

Gießener Allgemeine · 11.06.2000

Ein großartiger Abend mit zum Teil sehr witziger Unterhaltung, virtuosen musikalischen Darbietungen und tollen Liedern erlebten die Festspielzuschauer am Freitagabend im Wetzlarer Rosengärtchen. Die Musicalgruppe der Goetheschule präsentierte das Musical »Die Piraten von Penzance«. Während auf dem Domplatz mehrere hundert Besucher das Farbenspiel des illuminierten Doms genossen, wurden die jungen Darstellerinnen und Darsteller in der Freilichtbühne - völlig zu Recht - gefeiert.
Das Stück, in dem es um die (Piraten-)Ehre, um Liebe und Liebesschmerz ging, bot Unterhaltung auf hohem Niveau - und ging am Ende - trotz der furchteinflößenden Gesellen - gut aus.

Sonntag-Morgen-Magazin · 11.06.2000

Handlung

Die Geschichte dieses Musicals spielt im wunderschönen Örtchen Penzance im Cornwall, England. Dort sind die Piraten von Penzance zu Hause.

Die Geschichte beginnt damit, dass die Piraten die bestandene Ausbildung Frederiks feiern, den sie als kleinen Jungen bei sich aufgenommen haben. Jedoch möchte Frederik nach 21 Jahren nicht mehr bei ihnen bleiben, seine Lehrzeit ist um, er möchte jetzt ein anständiges Leben führen. Außerdem ist er auch nur wegen eines Irrtums bei ihnen gelandet, da seine Amme Ruth »privat studieren« mit »Pirat studieren« verwechselt hatte, als Frederiks Vater im Sterbebett lag. Also bricht Frederik auf und verlässt die Piraten. Am Strand entdeckt er eine Schar junger Mädchen, allesamt die Töchter des Generals Stanley. Mabel, eine der Töchter, nimmt sich seiner an und es entsteht eine zarte Liebesgeschichte.

Jedoch wird die traute Zweisamkeit von den Piraten gestört, die sich in den Kopf gesetzt haben, die Mädchen zu heiraten. Ihr Vater, der Major General Stanley, kommt dazwischen und entgeht seinem Tod durch die Piraten nur durch eine Lüge, dass er ein Waise sei. Da die Piraten niemals einen Schwächeren angreifen würden, lassen sie nun also von ihrem Vorhaben ab, und lassen den General und seine Töchter ziehen. Stanley gerät jedoch durch seine Lüge in eine arge Gewissensnot.

In der Zwischenzeit hat Frederik mit Hilfe einer Gruppe von Polizisten einen Angriff auf das Piratennest geplant. Er wird allerdings vorher noch von Ruth und dem Piratenkönig aufgesucht. Diese eröffnen ihm, dass nach einer bestimmten Formulierung in seinem Lehrvertrag, beruhend auf der Tatsache, dass er am 29. Februar geboren wurde, sein Dienst bei ihnen nicht mit seinem 21. Lebensjahr endet, sondern mit seinem 21. Geburtstag. Demnach müsse er noch mehr als 70 Jahre bei den Piraten bleiben. Dies ist ein schwerer Schock für Frederik, doch da er ein Sklave seiner Pflicht ist, folgt er den Piraten. Daneben verrät er ihnen noch, ebenfalls von seinem Pflichtgefühl dazu gezwungen, dass Major General Stanley kein Waisenkind ist. Der Piratenkönig ist darüber so erbost, dass sie beschließen den General zu töten.

Mit schwerem Herzen verabschiedet Frederik sich von Mabel, die ihn natürlich nur ungern ziehen lässt. Es kommt zum Kampf zwischen Piraten und Polizisten, bei dem die Piraten gewinnen. Jedoch greift der Sergeant der Polizisten zu einer List und lässt die Kämpfenden innehalten, um der Queen Victoria zu huldigen. Dies tun auch die Piraten voller Inbrunst und Ruth nutzt die Gelegenheit, um dem General mitzuteilen, dass alle Piraten edle Lords seien, deren Leben zu langweilig war. Für einen Engländer bleibt Lord natürlich Lord und es kommt zu einem Happy End: Die Piraten dürfen die Töchter heiraten.

Der Inhalt

1. Akt

In ihrem Schlupfwinkel am Strand der Südküste Englands feiern die Piraten, dass Frederik, ihr Lehrling, seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

Lasst, ja Lasst den Wermut laufen

Frederik dankt ihnen, erklärt dann, dass er nur wegen eines Irrtums bei ihnen sei. Die Piraten verstehen nicht. Ruth, die Frederiks Amme war, erklärt.

Als uns’res Fred’riks Mutter starb

Demnach hatte sie »privat studieren« mit »Pirat studieren« verwechselt, als Frederiks Vater im Sterben lag. Frederik teilt den Piraten mit, dass er es als seine Pflicht sieht, sie nun zu verlassen und ein ehrbares Leben zu beginnen. Weil sie sein Pflichtgefühl achten, machen ihm die Piraten daraus keinen Vorwurf, sondern bemitleiden ihn auch dann noch, als er schwört sie zu vernichten. Seinen Vorschlag Ruth bei ihnen zu lassen lehnen sie jedoch ebenso bestimmt ab, wie den, mit ihm ein ehrbares Leben zu beginnen.

Hinaus ins Leben

Nachdem die Piraten wieder zum Schiff aufgebrochen sind, ist Frederik mit Ruth allein und erwägt sie nun zu heiraten. Da erscheint jedoch die Schar der Töchter von General Stanley und so ist Frederik empört, da Ruth zuvor behauptete, sie sei eine attraktive Frau, ausnutzend, dass er noch nie einen Vergleich hatte nach 13 Jahren auf See.

Du Falsche, Du hast mich betrogen!

Er lässt die verzweifelte Ruth zurück und versteckt sich, um die Mädchen aus der Nähe zu betrachten. Diese betreten, vollauf mit sich und der wunderschönen Gegend beschäftigt, den Strand.

Hüpfend wie die munt’re Welle

Als die Damen jedoch den grenzenlosen Übermut besitzen, die Füße zu entblößen, um im Wasser zu plantschen, sieht er sich gezwungen aus seinem Versteck zu treten und die Damen über seine Anwesenheit zu informieren.

Stop! Mädchen! Halt!

Sogleich fragt er sie dann, ob nicht eine an ihm Interesse habe. Was die Mädchen verneinen, bis die noch fehlende Schwester erscheint: Mabel.

Ist hier denn keine Mädchenbrust

Mabel ist empört über ihre Schwestern und hat großes Mitleid mit Frederik.

Armer Pirat

Sie wagt es sogar, sich mit Frederik einzulassen. Während die beiden sich näher kommen, beschließen die Schwestern diesen Vorfall zu ignorieren und unterhalten sich statt dessen über das Wetter. Als Mabel und Frederik sich in den Armen liegen, hört Frederik die Piraten zurückkommen und warnt die Gesellschaft. Aber zu spät. Die Piraten kommen.

Halt nur nicht den Kopf verlieren

Die Piraten möchten sogleich alle Töchter heiraten, jeder eine. Mabel ist es, die ihnen mutig gegenüber tritt.

Halt Schurken

In diesem Moment erscheint der Vater all’ dieser jungen Damen, Major General Stanley.

Der moderne Major General

Nachdem er eine Weile großspurig angegeben hat, verlangt er eine Erklärung. Als er erfährt, wen er vor sich hat, ist er zunächst bestürzt, hat dann aber einen rettenden Einfall. Er weiß, dass diese Piraten ehrenhalber nie eine schwächere Gruppe und nie ein Waisenkind angreifen, was Frederik schon in der ersten Szene als Grund für die schlechte wirtschaftliche Situation der Piraten sieht. Da er seine Töchter nicht an eine Schar Piraten verlieren möchte, macht er ihnen weiß, er sei eine Waise.

Ihr Herrn von trübem, schwarzen Sinn

Der König der Piraten stellt daraufhin klar, dass er und seine Leute weder dumm noch grausam sind, alle zusammen singen der schönen Kunst der Poesie ein Hoch und die Piraten schenken Stanley und den Töchtern die Freiheit.

2. Akt

General Stanley sitzt des Nachts betrübt in den gerade renovierten Gemächern einer alten Villa, die er inzwischen erstanden hat. Als seine Töchter ihn auf dem Weg in ihr Schlafgemach dort vorfinden und sofort versuchen ihn zu trösten.

Oh, wisch die Tränen fort

Mabel bittet Frederik doch auch auf ihren Vater einzuwirken, daraufhin offenbart der General, dass sein Gewissen ihn plagt. Er hat die Piraten belogen und befürchtet nun Schande über das Geschlecht des ursprünglichen Besitzers seines Hauses gebracht zu haben. Aber dann lenkt er vom Thema ab, denn Frederik ist im Begriff mit Hilfe eines Trupps von Polizisten das Piratennest zu stürmen. Der General möchte die Recken vor dem Kampfe noch segnen. Herein kommt ein Haufen dämlicher Polizisten.

Wenn der Feind den Degen zückt

Voller verstecktem Hohn jubeln die Töchter des Generals den Ankömmlingen zu, die sich zutiefst geehrt fühlen, da so viele hübsche, junge Damen von ihnen Notiz nehmen. Allerdings scheint es, als würden sie lieber bei diesen Damen verweilen, als mutig in den Kampf zu ziehen. Der General scheucht sie also. Frederik ist allein draußen um sich im Geiste auf diesen schwerwiegenden Schritt vorzubereiten, als der Piratenkönig und Ruth überraschend auftauchen. Sie eröffnen ihm, nach einer bestimmten Formulierung in seinem Lehrvertrag, beruhend auf der Tatsache, dass er am 29. Februar geboren wurde, sein Dienst bei ihnen nicht mit seinem 21. Lebensjahr endet, sondern mit seinem 21. Geburtstag. Das bedeutet, dass er noch mehr als 70 Jahre in ihren Diensten stehen wird.

Du warst noch gar nicht recht von Bord

Frederik fühlt sich zunächst auf den Arm genommen, ergibt sich aber treu seiner Pflicht, als ihm bewusst wird, dass die beiden nicht scherzen. Schließlich ist es seine Pflicht, ihm mitzuteilen, dass der General kein Waisenkind ist. Der Piratenkönig ist erbost und beschließt den General zur Strafe zu töten.

Hinaus! Hinaus! Mein Herz es brennt

Frederiks Dilemma wird dadurch immer schlimmer. Er schickt den König und Ruth voraus und bleibt todunglücklich sitzen, so findet ihn Mabel, die sich freudestrahlend auf ihn zu stürzt, um ihm Glück zu wünschen für den heldenhaften Kampf. Frederik erklärt, was Sache ist und will sie verlassen. Sie aber akzeptiert das nicht und beschwört ihn.

Bleib’, Frederik bleib

Sie verspricht ihm zu warten bis alle Piraten tot sind, wenn es sein muß auch siebzig Jahre. Er geht tief bewegt, um seinen Kameraden zu folgen. Mabel ist verstört, reißt sich jedoch zusammen und gibt den Polizisten letzte Anweisungen.

Nein, ich bin stark

Diese hören gar nicht gern, dass ihr Anführer wieder die Fronten gewechselt hat. Und verfallen in eine schwerwiegende Sinnkrise.

Jetzt ist’s zu spät

Natürlich machen sie sich aber dennoch auf den Weg und werden erst gewahr, was sie eigentlich tun, als sie die Piraten kommen hören.

Piraten sind wir

Die Polizisten verstecken sich schnell, während die Piraten lautstark näher rücken.

Wir schleichen hier

Frederik sieht den an der frischen Luft wandelnden General näher kommen und bringt die Bande zum Schweigen.

Pst, pst, nicht ein Wort

Sich fragend, ob er denn wohl ein Geräusch gehört habe, wandelt der General durch den Garten, bis die Piraten losschlagen und ein Tumult ausbricht. Alles deutet darauf hin, dass die Piraten nun endgültig den Sieg davon tragen, als der Sergeant der Polizisten alle Piraten bittet, einzuhalten, um Queen Viktoria zu huldigen. Das tun die Piraten dann auch voll Inbrunst und Ruth nutzt die Gelegenheit Stanley mitzuteilen, dass alle Piraten junge Lords sind, denen ihr eigentliches Leben zu öde war. Das hat sie wohl irgendwann während der vergangenen 13 Jahre herausbekommen. Für einen Engländer bleibt Lord natürlich stets Lord. Und so willigt Stanley gerne ein zu einer Heirat seiner Töchter und der Piraten.

ENDE

Zur Stückentstehung

Nachdem Operetten des englischen Teams Gilbert und Sullivan in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts große Erfolge in den USA erzielt hatten, das Urheberrecht jedoch nicht gewahrt worden war, veranstalteten die Urheber und der Produzent Richard D’Oyly Carte die Uraufführung des neuen Werks »The Pirates of Penzance« in New York, zur Sicherung der Rechte für die USA. Um ähnlichen Problemen in Großbritannien vorzubeugen, fand gleichzeitig – genauer gesagt, einen Tag vorher – eine Aufführung in England statt. Es handelte sich um eine kurzfristig arrangierte Aktion. Sie wurde von einer Theatergruppe des gleichen Unternehmens durchgeführt, die mit einer anderen Operette des Teams Gilbert und Sullivan, »H.M.S. Pinafore«, auf Tournee war. Die Truppe brachte das neue Werk »The Pirates of Penzance« in einer Matinee-Vorstellung am 30. Dezember 1879 im Royal Bijou Theatre, Paignton (nahe Plymouth) in der Grafschaft Devonshire, zur Aufführung. Die improvisierte Vorstellung zur Wahrung des Copyrights fand nach einer einzigen Probe vor 45 Zuschauern statt und war eigentlich nur eine Lesung mit verteilten Rollen, sowie der Versuch, musikalisch exakt zu sein. Die Darstellung erfolgte in den Kostümen von »H.M.S. Pinafore«, lediglich trugen die Freibeuter schwarze Kopftücher zur Verdeutlichung ihrer Piratenrolle.

100 ½ Jahre nach der Uraufführung ließ Joseph Papp das Werk für sein alljährlich im Sommer stattfindendes New York Shakespeare Festival aufbereiten. Es wurde als Nostalgie-Stück präsentiert und mit bekannten Künstlern der Rockpop-Szene besetzt. Ab dem 15. Juli 1980 – dies ist also der eigentliche Premierentag der Neuinszenierung – lief es bis zum 31. August 1980 im Delacorte Theater im Central Park, mit so viel Erfolg, dass es vom Uris Theatre am Broadway ab 8. Januar 1981 übernommen wurde und im Jahr 1981 mit drei Tony Awards ausgezeichnet wurde (unter anderem Kevin Kline für seine Rolle als Piratenkönig), dem wichtigsten Preis des Broadway Theaters. Die eindrucksvolle Neuinszenierung sicherte dem Werk darüber hinaus eine weltweite Aufmerksamkeit, so dass »The Pirates of Penzance« heute zu einem sehr beliebten Stück im Repertoire zahlreicher Stadttheater gehört.

Anmerkung des Regisseurs

Guten Abend sehr verehrtes Publikum,

Viele von Ihnen werden sich sicher die Frage stellen, was sie heute hier erwarten wird. Ich werde es Ihnen verraten: Sie alle erwartet ein hoffentlich sehr vergnüglicher Abend mit den Piraten aus dem wunderschönen Örtchen Penzance in Cornwall, England. Die Musik des Stücks ist sehr beschwingt und lebendig, unterstützt und verstärkt die zahlreichen Pointen, die für »Die Piraten von Penzance« wichtig sind. Die Dialoge sind meist nicht sehr lang und immer wieder von einer heiter überdrehten Stimmung geprägt.

Lehnen sie sich also zurück und genießen Sie diese einwandfreie Komödie in Form eines Musicals, dargebracht von einer Gruppe großartiger junger Menschen die während der anstrengenden Probenzeit immer wieder selbst viel zu lachen hatte. Hören Sie aber bitte auch alles, das nicht laut ausgesprochen wird, sondern im sogenannten Subtext mitschwingt und nehmen Sie bitte auf keinen Fall all zu ernst, was wir hier präsentieren.

Für mich persönlich war die Art und Weise mit der hier die totale Pflichterfüllung aufs Korn genommen wird von Anfang an ein großer Spaß. Auch fand ich es sofort herrlich wie überaus bissig übertriebenes Heldentum und falsches Ehrgefühl kommentiert werden. Hier lügt ein Major General, um sich nicht mit den Piraten schlagen zu müssen, dort sind eine Schar Polizisten zerknirscht, weil ihnen bewusst wird, wie wenig Ruhm sie mit ihrer Tätigkeit erlangen. Schließlich verzweifelt eine liebende junge Dame überhaupt nicht an der Vorstellung fast siebzig Jahre auf ihren Geliebten warten zu müssen…

Bleibt nur, Sie darauf hinzuweisen, dass auch in diesem Jahr viele neue junge Darsteller sich an die Grenzen ihrer augenblicklichen Fähigkeiten gewagt haben, dabei viel lernen mussten, über sich und ihren Platz in einer solchen Gruppe, und heute Abend hoffentlich gewinnen werden. Viel wagen mussten nach dieser tiefgreifenden Änderung des Musikstils auch alle beteiligten Musiker. Sie alle sind mit viel Fleiß und Einsatz bei der Sache und erledigen ihre Aufgabe immer wieder ganz fantastisch.

Ich bin froh und dankbar noch einmal diesen Part ausgefüllt und damit mein Teil zum Gelingen der diesjährigen Produktion beigetragen zu haben.

Gute Unterhaltung

Tobias Eschholz

Herzlich Willkommen

Liebe Zuschauer,

auch ich möchte Sie an dieser Stelle noch einmal persönlich zu »Die Piraten von Penzance« begrüßen. Im Jubiläumsjahr unserer Gruppe können wir nun bereits die 19. Aufführung eines Musicals feiern. Da wir uns jedoch jedes Jahr von neuem in einer völlig anderen Ausgangsposition wieder finden, tritt Routine in unserer Gruppe nie auf. Hier beenden einige langjährige Mitglieder ihre »Schulmusicalkarriere«, dort kommen im Gegenzug zahlreiche Neulinge dazu. Einmal wollen sehr viele Leute auf der Bühne stehen, ein anderes Mal wieder viele im Bereich der Musik oder der Technik mitarbeiten.

Nach dem enormen Erfolg von »Vampire – Zum Leben Erwacht, Tanzen Heut’ Nacht« war es nun eine schwere und auch sehr langwierige Aufgabe, zu entscheiden, welches Stück im Jahr 2000 zur Aufführung kommen sollte. Wir erkundigten uns nach verschiedenen Bühnenverlagen um darüber ein geeignetes Musical zu finden und wurden schließlich bei der Verlagsgesellschaft Musik und Bühne in Wiesbaden fündig. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Frau Barbara Böhme-Berthold, die uns bei der Stückauswahl mit Rat und Tat zur Seite stand.

Die Wahl fiel letztlich auf »Die Piraten von Penzance«, ein Stück was für uns alle das Betreten totalen Neulands bedeutete, spielten wir doch in den letzten Jahren meist moderne Musicals und handelt es sich hierbei doch um die Neubearbeitung einer Operette. Zwei Gründe für die Entscheidung für die Piraten waren, dass wir zum einen sehr viele Darsteller auf der Bühne präsentieren können und es zum anderen vor Ironie und schönen Melodien nur so sprudelt und daher sehr publikumswirksam ist. Dieses für uns neue Stück passt auch aus einem weiteren Grund hervorragend zu unserer Gruppe:

Durch den Abgang einiger renommierter Mitglieder und das Hinzustoßen vieler neuer Talente, können wir dieses Jahr auf ein Ensemble zurückgreifen, welches fast ausschließlich aus aktuellen Schülern der Goethe-Schule besteht, die nun zu einem Großteil das erste Mal ins Rampenlicht vorrücken können. Es ist also zu einer Art Generationswechsel gekommen, der die Arbeit der Musicalgruppe sehr belebt hat.

An dieser Stelle danke ich all unseren Unterstützern, den Wetzlarer Festspielen, den Vorverkaufsstellen, der Schulleitung der Goethe-Schule und natürlich allen an der Produktion direkt Beteiligten.

Abschließend möchte ich mich ausdrücklich auch bei Ihnen, liebe Zuschauer, herzlich für die jahrelange Treue und vielen freundlichen Worte bedanken, die uns jedes Jahr aufs neue motivieren, ein Musical für Sie zu präsentieren.

Ich wünsche Ihnen nun viel Vergnügen und dem Ensemble toi, toi, toi bei »Die Piraten Von Penzance«!

Christoph Drewitz
(Produktionsleitung)

Aus dem Archiv

Weitere Produktionen

Unser Archiv →
Unterstützt von