Interview mit Franziska Ritz (»Eva Perón«)
Franziska Ritz ist 24 Jahre alt und eine von drei Darstellerinnen, die in dieser Spielzeit die Titelrolle in »Evita« übernehmen. Wir haben mit ihr über die schillernde Figur der Eva Perón gesprochen, über den Respekt vor einer realen historischen Persönlichkeit – und über ein Kleid, das sie eigentlich gar nicht tragen wollte.
Franziska, wie hat sich dein Bild von Evita verändert, seit du die Rolle spielst?
Ehrlich gesagt habe ich von Evita als Person zunächst gar nicht viel gehalten – in meinen Augen war das einfach eine eiskalte, berechnende Schlampe. Je länger ich mich mit ihr beschäftige, desto mehr hat sich dieses Bild gewandelt. Heute glaube ich, dass Evita eine sehr ehrliche Person war, die bereit war, für ihre Träume zu kämpfen. Dabei hat sie kaum Rücksicht auf andere genommen, und das war sicher ihr großer Makel. Aber sie hat sich niemals von ihrem Weg abdrängen lassen – und das finde ich bei allem wirklich wundervoll.
Evita ist eine reale historische Persönlichkeit. Was bedeutet das für dich als Darstellerin?
Gerade das macht die Rolle für mich besonders. Weil Evita wirklich gelebt hat, ist es mir sehr wichtig, sie so authentisch wie möglich darzustellen. Ich versuche, mir als Schauspielerin dasselbe Auftreten anzueignen, das sie damals hatte – ihre Haltung, ihre Ausstrahlung. Man spielt eben nicht irgendeine Figur, sondern eine, die es tatsächlich gegeben hat.
Bald steht ihr wieder bei den Wetzlarer Festspielen auf der Bühne – und du in Evitas Kostüm. Wie ist das für dich?
Wie in jedem Jahr treten wir auch diesmal wieder bei den Wetzlarer Festspielen auf – und für alle, die noch keine Karten haben, die schlechte Nachricht: Es sind fast keine mehr da. Was mich selbst betrifft, muss ich ehrlich sein – am liebsten würde ich die Evita ja in Hosen spielen. Aber unsere Kostümbildnerin hat schon so ein wunderschönes Kleid für mich gemacht, dass ich es natürlich trotzdem trage.
Vom ursprünglichen Videointerview sind nur die Antworten überliefert; die Fragen wurden für diese schriftliche Fassung sinngemäß rekonstruiert.
