Produktionstagebuch: »Frühlings Erwachen« 2012

Probenwochenende in Weilburg

Ende Februar das schon fast traditionelle Probenwochenende: Von frühmorgens bis spätabends wird gearbeitet, am Sonntag reicht es sogar für einen wackligen Durchlauf des ersten Akts – in dieser frühen Phase fast ein Wunder. Neben der Arbeit bleibt Zeit für Schrottwichteln – und der ominöse »Pfeifenmörder« treibt wieder sein Unwesen.

Bühnen-Orchesterproben

Am 12. und 13. Mai trifft die Inszenierung zum ersten Mal auf die Band. Endlich sieht man, wie sich die vielen Bausteine, an denen seit Monaten gearbeitet wurde, zusammenfügen – und dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Regen-Roulette im Rosengärtchen

Der erste Tag auf der Freilichtbühne steht ganz im Zeichen der Frage: Regnet es oder nicht? Ein kurzer Morgenschauer, dann Sonne und großer Aufbau, am Nachmittag ziehen Gewitterfronten heran – und glücklicherweise wieder vorbei. Eine kleine Schar Tapferer programmiert das Licht bis 5:30 Uhr morgens und verlässt das Rosengärtchen erst, als die Sonne schon wieder aufgeht. Nach zwei Jahren Stadthalle spielen wir endlich wieder unter freiem Himmel.

Zwei Stunden vor der Premiere

Am Premierentag sind die Probleme der Generalprobe bis zum Vormittag ausgeräumt, der Nachmittag gehört kleinen Proben und Soundchecks. Zwei Stunden vor Beginn liegen Sitzkissen und Programme auf allen 950 Plätzen, um 19 Uhr öffnet die Abendkasse – nur noch wenige Restkarten. Die Darsteller sind in Maske und Kostüm, bekommen ihre Mikrofonsender, singen sich ein, dann das traditionelle »Einschreien« – und los geht’s. Hinter der Bühne herrscht höchste Konzentration: lange Wege, ein ständiges Weitergeben der Sender, Kostüm- und Requisitenwechsel, alles nach einer komplizierten Choreografie, bei der eines ins andere greift – und fast lautlos, denn gesprochen wird hinten kaum, wenn überhaupt geflüstert. Im Graben bleibt das sichtbare Orchester den ganzen Abend diszipliniert, links und rechts der Bühne stemmen die Requisiteteams die Umbauten, im Regiehaus geben Techniker und die beiden Regisseure Julian und Martin die Einsätze. Gegen 22:50 Uhr ist Schluss – und sofort beginnt der Abbau: Bis in die Nacht wird verpackt und verladen, gegen ein Uhr ist von FRÜHLINGS ERWACHEN kaum noch etwas zu sehen. Am nächsten Morgen kommt schon die nächste Gruppe.

Countdown in Büblingshausen

Für die zweiten Vorstellungen zählen wir die Stunden. Noch 120 Stunden: die ersten Wagenladungen Requisiten verlassen den Fundus – die größten Brocken sind das Klavier und das Bett. Noch 96 Stunden: Bühnenbild und Traversen; der Regen lässt Platten wellen, die erst zum Trocknen ausgelegt werden müssen. Noch 72 Stunden: Orchestergraben und Funkstrecken – und der Leadgitarrist, der in der Show sechs verschiedene Gitarren spielt. Noch 48 Stunden: Bühnenbildtag, pünktlich zur Baumarkt-Öffnung. Noch 24 Stunden: Generalprobe, während den ganzen Nachmittag bunte Lampen die Bühne verzieren.

Zur Produktion: Frühlings Erwachen (2012)

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